Kunstpreis 2002
"Traumschön"
„Was passt schon besser zusammen...“, antwortete Kunstpreisträger Thomas Bayrle (Kurzbiografie) auf die Frage, wie es für ihn sei, seine Werke in einer klassischen Galerie wie dem Frankfurter Städel neben europäischer Kunst aus sieben Jahrhunderten - vom frühen 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart – ausgestellt zu sehen. Eine Art „Werkzeugladen“ sei für ihn das Städel Museum, das vom 19. Oktober 2002 bis 5. Januar 2003 eine Thomas Bayrle-Werkschau präsentierte, schon immer gewesen.
„Traumschön“ nannte Sabine Schulze, damalige Leiterin der Gemäldesammlung 19./20. Jahrhundert die Ausstellung, die durch die Unterstützung des Kuratoriums der Kunststoff-Industrie im Rahmen der erstmaligen Vergabe des Kunstpreises 2002 realisiert werden konnte.
Im Städel waren Arbeiten aus all seinen Schaffensphasen zu sehen. Bayrle arbeitet mit verschiedensten Techniken und Materialien: Er stellt aus bemaltem Holz bewegliche Maschinenobjekte her, die er „Suppenkatapulte“ nennt, produziert Siebdrucke, Zeichnungen, Ölbilder, Videos, Computeranimationen, Werbegrafiken, Textilien und Tapeten. Dabei fügt der Künstler gleichartige Elemente zu einem Gesamtbild zusammen. Die Themen seiner Werke, die sich beispielsweise mit dem Phänomen „Masse(ngesellschaft)“, der „Superform“ oder der Informations- und Bilderflut moderner Medien auseinander setzen, haben an gesellschaftspolitischer Aktualität nichts eingebüßt.
Bayrle gilt als wichtiger Vertreter der Deutschen Kunst der letzten 45 Jahre - von der Pop Art bis zur Videokunst. Gleichfalls wird er als ausgezeichneter Lehrer geschätzt. Seit 1975 unterrichtet Bayrle als Kunstprofessor an der Städelschule in Frankfurt. Zu seinen mittlerweile weithin bekannt gewordenen Schülern zählt u.a. Tobias Rehberger.
Bayrle ist sicherlich auch kein Unbekannter – in Japan noch weniger als hierzulande. Jedoch hat die Ausstellung seiner Werke im Städel seine Bedeutung ins rechte Licht gerückt und seiner Karriere noch einmal einen Anschub verliehen. Thomas Wagner schrieb am 21. Oktober in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Thomas Bayrle, dem das Frankfurter Städel, ermöglicht durch den Kunstpreis des Kuratoriums der Kunststoff-Industrie – man muss hinzufügen: endlich -, eine umfangreiche Werkschau widmet, die nahezu alle Aspekte seines Oeuvres von den 60er Jahren bis zur jüngsten Produktion vorstellt, ist ein heiterer Protagonist einer ernsten Kunst.“
Dr. Sabine Schulze über die Ausstellung
(damalige Leiterin der Gemäldesammlung 19./20. Jahrhundert im Städel-Musuem, heute Direktorin des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe)
Verena Auffermann über den Preis und die Ausstellung





