logo Kuratorium
Placeholder Image 3

Kunstpreis 2004


Das unbewegliche Theater

Die zweite Ausstellung, die durch den Kunstpreis der Kunststoff-Industrie ermöglicht wurde, präsentierte unter dem Namen „Das unbewegliche Theater“ in der Kunsthalle Düsseldorf vom 28. August bis 14. November 2004 wesentliche Einblicke in das umfangreichen Werk Fritz Schweglers (Kurzbiografie). Für den emeritierten Professor an der Kunstakademie Düsseldorf geht es um „das Höchste, das Bleibende“. Schwegler zeichnet, malt, komponiert, schreibt, formt und gießt seit über 50 Jahren mehrdeutige, hintergründige und komplexe Sinn-Bilder.

In seiner Kunst spielt Fritz Schwegler mit alltäglichen Begriffen und ihren scheinbar eindeutigen Bezeichnungen, erfindet neue Worte zu seinen Bildern wie „Abulvenz“, „Erscheinungsmasznahmen“ oder „Moritafeln“, deren Er-Klärungen uns auf der Zunge zu liegen scheinen. Doch kurz bevor wir glauben, sie zu fassen, verschwinden sie im Reich des Unfassbaren. Seine Ideen hält Fritz Schwegler seit 1962 in Notizbüchern fest und versieht sie mit so genannten „Einfallsnummern“, kurz EN. Bis 2004 entstanden 101 so genannte EN-Bände, die als Ideensammlungen das Ausgangsmaterial für alle späteren Arbeiten sind.

„Das unbewegliche Theater“ repräsentierte bedeutende Stationen von Fritz Schweglers vielseitigem Schaffen. Neben kleinformatigen Skulpturen aus frühen Phasen zeigte die Ausstellung zahlreiche Text-Bild-Tafeln und die wenig bekannten „Gotteszeller Schnitten“. Diese etwa DIN A5 großen Aluminiumschnitte bildeten einen eindrucksvollen Fries im so genannten Kinosaal der Kunsthalle.

Das vordergründig Alltägliche inspiriert Fritz Schwegler, der immer wieder auf Wanderschaft geht, um neue Eindrücke und Erfahrungen in der Welt zu sammeln. Als junger Mann reiste er von 1954 bis 1958 als Schreinergeselle um die Welt, besuchte Kleinasien und Afrika, studierte Bildhauerei in Stuttgart und London und war von 1975 bis 2001 Lehrer und Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Martin Honert und Katharina Fritsch zählen zu seinen erfolgreichen Schülern.

Viele ehemalige Schüler von Fritz Schwegler besuchten die Ausstellung, die insgesamt ein großer Presse- und Publikumserfolg wurde. Zur Eröffnung drängten sich über 1.000 Besucher in die Kunsthalle Düsseldorf.

Verena Auffermann (Jurymitglied) über die Ausstellung

Rückschau der Kunsthalle Düsseldorf

Fritz Schwegler (2004)
"EN 131: St. Bernadette" Aluminiumschnitt
Verena Auffermann bei der Eröffnung der Ausstellung
Im "Kinosaal": "Gotteszeller Schnitten"
"Abulvenz" mit Betrachterin
Eröffnung: Impressionen
Ausstellungsplakat